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Hexenjagd & Kahlschlag |
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Bereits seit den späten 40er Jahren sahen sich die Comic Verleger immer wieder öffentlichen Angriffen von Kirchengruppen und Staatsanwälten ausgesetzt, die die Comic Books als Ursache für den moralischen Verfall der Jugend anprangerten.
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Die Hexenjagd auf die Comic Books und ihre Schöpfer bekam jedoch vor allem durch die Aktivitäten von Dr. Fredric Wertham einen »professionellen« Touch - ganz im Stil der McCarthy-Ära.
Dr. Fredric Wertham arbeitete in einer Einrichtung für straffällig gewordene Jugendliche und machte bei seiner Arbeit mit den Jugendlichen die Beobachtung, dass alle diese Jugendlichen Comics lasen. Für ihn war damit klar, dass Comics als die alleinige Ursache dafür anzusehen wären, dass Jugendliche überhaupt straffällig wurden. Er ignorierte schlichtweg den Umstand, dass 1950 zwar etwa 90% aller amerikanischen Kinder und Jugendlichen angaben, Comics zu lesen, von diesen aber nur ein sehr geringer Teil in seiner Einrichtung einsaß.
Seine Thesen vertrat er redegewandt in öffentlichen Vorträgen und legte sie in schriftlicher Form 1954 in seinem Buch Seduction of the Innocent dar. Die Comic-Hetze gipfelte schließlich in einer vom U. S. Senate Subcommittee on Juvenile Delinquency durchgeführten Untersuchung und Senatsanhörung, die im Herbst 1955 zur Einführung der »Comics Code Authority« führte.
Der Comics Code stellte ein, von einem Zusammenschluss führender Comic-Verleger geschaffenes Instrument der Selbstzensur dar, das vorgab, was in einem Comic dargestellt werden durfte, damit es am Zeitungskiosk verkauft werden konnte. Vor Einführung des Codes wurden jährlich über eine Milliarde Comic Books verkauft. Aufgrund der strengen Richtlinien des Codes verschwanden die Titel der Genre Horror und Crime fast vollständig von der Bildfläche und mit ihnen viele Verleger. Die Verkaufszahlen sanken um 75%.
Bei EC Comics versuchte man noch kurzzeitig unter Code Richtlinien weiterzumachen und führte nach einem Kahlschlag bei allen laufenden Titeln eine »New Direction« ein. Die neuen Titel Impact, Valor, Aces High, Extra, M. D. und Psychoanalysis waren weiterhin qualitativ hochwertig und bedienten sich gängiger Genres wie Flieger- oder Ritter-Comics. Da sie aber das EC-typische, das sich die eingefleischten Leser erwarteten nicht mehr bieten durften, konnten sie sich nur wenige Monate halten. Gaines blieb nur noch Mad, das er im Magazin Format weiterführte um dem - nur für die Comic Books geltenden - Code zu entgehen.
Der Vernichtungsschlag von Dr. Fredric Wertham hatte die Comic-Industrie in die Knie gezwungen. Nur wenigen Herausgeber überlebten. Dell weigerten sich, dem Comics-Code beizutreten und konnten ihren Umsatz durch die Krisenjahre hindurch mit Umsetzungen von TV-Serien ins Comic Format halten. Zu diesen erfolgreichen Serien gehörten zum Beispiel die von Alex Toth gezeichneten Zorro Comics.
Der von Disney herausgegebene Titel Walt Disney's Comics & Stories konnte seine Auflage bereits in den frühen 50er Jahren auf 4 Millionen Exemplare erhöhen. Ausschlaggebend für die große Beliebtheit waren die Beiträge von Carl Barks. Die von Barks erfundene Comicfigur »Uncle Scrooge« erhielt 1952 ihre eigene Serien mit über 1 Million verkaufter Exemplare je Ausgabe. Disney konnte seine Auflagezahlen auch durch die 50er Jahre hindurch halten, während andere Genres einschließlich der Superhelden Comics ein Schattendasein führten.
DC Comics besaß zwar weiterhin Superman und Batman als Zugpferde, mussten sich aber noch bis 1956 gedulden, um mit den Beginn des Silver Age wieder an der Spitze der Branche zu stehen. |
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Die Geschichte des »american comic book« (Teil 16 von 27) |
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