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Auf zu neuen Märkten
Für die beiden Verleger Wildenberg und Gaines lag deshalb der Schluss nahe, dass sich ein dermaßen beliebtes Produkt auch verkaufen ließe. Um kein Risiko einzugehen, wurden für einen »Testlauf« vorerst 25.000 Ausgaben des bereits gedruckten Titels Famous Funnies: A Carnival Of Comics mit einem 10 ¢ Preisaufkleber versehen und Anfang 1934 an Zeitungskioske verteilt. Innerhalb nur eines Wochenendes war das Testheft völlig ausverkauft. Für Eastern Color war dies Grund genug, im Mai 1934 die erste monatlich erscheinende Comic Serie mit einem Coverpreis von 10 ¢ zu starten.

Um auf Nummer Sicher zu gehen wählte man einen schon bewährten Titel und nannte die Serie Famous Funnies. Sie lief ununterbrochen über 20 Jahre lang und brachte es auf 218 Ausgaben mit einer Auflagenspitze von 400.000 monatlich verkaufter Exemplare. Man hatte das Comic als eigenständiges und Gewinn bringendes Medium aus der Taufe gehoben.

Ebenfalls 1934 erschien bei Whitman unter dem Titel Tim McCoy – Police Car 17 nun sogar die erste Umsetzung eines Kinofilms ins Comic Medium.

Im Herbst 1934 gründet der ehemalige Pulp Autor Major Malcolm Wheeler-Nicholson den Verlag National Periodical Publications und brachte im Februar 1935 die Comic Publikation New Fun im Tabloid Format heraus. Wheeler-Nicholson erkannte das eigentliche Potenzial, das in den 1929 erschienenen The Funnies steckte. Er verwendete Originalarbeiten und veröffentlichte in New Fun ausschließlich neues Material. National Periodical brachte das Heft monatlich ans Kiosk, änderte den Namen nach der sechsten Ausgabe in More Fun und das Format nach acht Ausgaben in das Standard Comic Book Format. Damit war New Fun eines der ersten Hefte, das Originalarbeiten aus den 1920ern im neuen Format präsentierte.

Im Sommer 1935 startete dann das Mickey Mouse Magazine, das 1940 in Walt Disney’s Comics and Stories umbenannt wurde. Die meisten Ausgaben enthielten eine Mischung von nachgedruckten Zeitungsstrips und neuem Material.

Die nun anhaltend positive Resonanz der Käuferschaft auf die Comic Books brachte Ende 1935 weitere Verleger dazu, den Einstieg ins Geschäft zu wagen. Man war im allgemeinen allerdings weniger experimentierfreudig als National Periodical oder Disney und druckte fast ausnahmslos bereits veröffentlichte Zeitungsstrips ab. George Delacorte wagte einen dritten Anlauf, diesmal nicht mit Eastern Color sondern mit dem McClure Syndicate und startete Popular Comcis (News Tribune, Februar 1936) mit Max Gaines und Sheldon Mayer in der Redaktion.

Lev Gleason, der ebenso wie Gaines bereits »Comicerfahrung« von Funnies on Parade mitbrachte, wurde für Tip Top Comics (United Features, April 1936) als Redakteur tätig.

King Features, eines der Schwergewicht der Verlagsbranche, brachten in Kooperation mit David McKay King Comics (King Features, April 1936) ans Kiosk, das redaktionell von Ruth Plumly Thompson betreut wurde. William Cook und John Mathon - beide ehemalige Mitarbeiter von National Periodical, - starteten The Comics Magazine (Mai 1936). Will Eisner, Bob Kane, Dick Briefer, Alex Raymond, Bernard Baily und andere spätere Größen der Comic Branche beglückten die amerikanischen Öffentlichkeit in Wow What A Magazine (Henle Publishing, June 1936) mit ihre ersten Arbeiten. Jerry Iger fungierte bei Wow als Redakteur.

Nach einer relativ zähen Anlaufzeit und vielen Misserfolgen war nun also endlich das Comic als kommerzielles Unterhaltungsmedium geboren.


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Die Geschichte des »american comic book« (Teil 9 von 27)

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